Schneller, höher, weiter
Dieses Credo kennt kaum jemand. Es gilt seit jeher für die Athletinnen und Athleten, welche die Qualifikation für eine Olympiade schaffen. Mit dem Aufgebot steigen sie im wahrsten Sinne in den Olymp ihrer Disziplin auf. Schon die Teilnahme ist das Grösste im Leben einer Sportlerin, eines Sportlers. Ein olympisches Diplom oder erst recht eine Medaille mit den Olympiaringen nach Hause zu bringen, katapultiert sie in die Bestenliste der Welt. Fortan dient die Marke Olympiade zur Profilierung ihres Personal Brands. Je nach Disziplin lohnt sich dies auch finanziell. Für die Publikumsträchtigen winken lukrative Sponsorenverträge.
Die Olympiade ist nach dem zweiten Weltkrieg stark gewachsen und zu einer der bekanntesten und beliebtesten globalen Marken avanciert. Auch im Winter. Seit sie 1924 zum ersten Mal in Chamonix durchgeführt wurde, zieht sie Millionen von Wintersportbegeisterten in ihren Bann. Das Markensymbol mit globalem Bekanntheitsgrad von gefühlt hundert Prozent ist auch ein Erfolgsgarant für die Profilierung von Marken. Im eigenen Land und für manche auch weltweit. Hierzulande Main oder Premium Partner zu sein und mit dem Swiss Olympic Partner Signet zu werben, ist exklusiv und begehrenswert.
Die fünf Olympia-Ringe in den Grundfarben symbolisieren die fünf Kontinente und die Verbundenheit zu einer weltumspannenden Sportgemeinschaft. «Einmal gesehen, nie mehr vergessen» - es ist unserer schwierigen weltpolitischen Lage ein schönes, zeitloses und signalstarkes Zeichen. 1913 wurde es vom Franzosen Pierre de Coubertin kreiert und an den Olympischen Spielen von 1920 in Antwerpen zum ersten Mal eingesetzt.
Die symbolträchtige Marke wird in der Schweiz auch nach der Winterolympiade Cortina-Milano vermutlich oft zu sehen sein. Quasi in eigener Sache. Nach den historisch bedeutsamen Spielen von 1948 in St. Moritz gab es von unserem prädestinierten Wintersport-Land immer wieder Anläufe und Kandidaturen zu einer erneuten Durchführung. Alle scheiterten, trotz eingegebener Nutzung bestehender Top-Infrastrukturen und guten Nachhaltigkeitskonzepten. Unter anderem auch wegen verlorener Volksabstimmungen. Nun besteht Hoffnung: Mit der vom Bundesrat unterstützten Kandidatur «Switzerland 2038» steht die Schweiz mit dem IOC im «privilegierten Dialog». Bis Ende 2027 kann sie exklusiv an ihrer Bewerbung arbeiten. Andere potenzielle Olympiabewerbungen werden in dieser Zeit nicht parallel berücksichtigt. Dieses Mal klappt es hoffentlich.
(Erscheint im m&k Magazin 02-2026)