m&k
Juni 2026

Klartext aus der Hochschule. Sechs Jahre stefanundstefan Podcast.

Seit bald sechs Jahren produzieren Stefan Eggenberger und Ste­fan Vogler den HWZ Podcast stefanundstefan und sprechen über Marketing und Kommunikation, Leadership und Management. m&k hat mit den beiden über die Kunst des präzisen und sub­stanziellen Dialogs gesprochen.

m&k: Was macht euren Podcast heute relevant?

stefanundstefan: Relevanz entsteht nicht durch das Format, sondern durch das, was Menschen wirklich beschäftigt. Wir sprechen über Führung, Organisation und Verantwortung – di­rekt, klar, ohne Schnörkel. Solange Verantwortung getragen wird, braucht es Gespräche, die nicht ausweichen.

 

Was motiviert euch, neben euren beruflichen Rollen ei­nen Podcast zu produzieren?

Neugier. Und der Austausch mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Wir suchen keine Bühne, sondern Gespräche, die etwas auslösen. Der Podcast ist für uns ein Denkraum im Trialog.

 

Welche Rolle spielt die HWZ für euren Podcast – und um­gekehrt?

Wir sind seit vielen Jahren als Dozenten und Studiengangsleitende mit der HWZ verbunden. Die HWZ hat den Anspruch, die unternehmerischste Hochschule der Schweiz zu sein. Genau deshalb passt der Podcast: Er bietet Raum, um Schlüsselthemen mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Ge­sellschaft zu diskutieren. Die HWZ profitiert davon, weil es nicht um Studiengänge geht, sondern um Verantwortung, Wirkung und Haltung.

 

Wie prägt ihr die HWZ – und wie prägt die HWZ euch?

Die HWZ gibt den Rahmen, wir bringen Per­spektiven, Gäste und Themen ein. Es ist ein Zusammenspiel aus Vertrauen, Anspruch und Qualität. So zeigt sich, wie eine Hochschule heute kommunizieren kann: über Menschen, nicht über Strukturen.

 

Eure Themen gelten als stark bespielt. Wie setzt ihr neue Perspektiven?

Die Themen sind nicht verbraucht, die Art, wie darüber gesprochen wird, oft schon. Wir vermeiden das Erwart­bare: weniger Schlagworte, mehr Erfahrung. Relevanz entsteht, wenn Menschen Persönliches einbringen statt ihr Portfolio ab­zuspulen.

 

Ihr seid für Klartext bekannt. Gab es Momente, in de­nen ihr dachtet: Das war zu direkt?

Direkt ja, zu direkt nein. Unser Ziel ist Präzi­sion, nicht Provokation. Wenn eine Frage nicht passt, formulie­ren wir neu. Klartext heisst nicht Konfrontation, sondern Klar­heit.

 

Welcher Gast hat euch am stärksten überrascht?

Stefan Eggenberger: Reto Brägger, der letzte CEO von Jelmoli. Seine Einblicke in die Transformation einer Kultmarke bis zu ih­rer Auflösung waren aussergewöhnlich. Am letzten Verkaufstag, bevor er Jelmoli für immer schliessen musste, stand er uns Red und Antwort.  

Stefan Vogler: Der Podcast zum Weltkrebstag. Die Offenheit von Mirjam Lämmle, CEO der Krebsliga und ihre Sensibilität im Umgang mit einer heik­len Krankheit haben mich beeindruckt. Eine starke, feinfühlige Persönlichkeit.

 

Wie hat sich euer Podcast in sechs Jahren entwickelt?

Vom Dialog zum Trialog. Weniger erklären, mehr fragen. Die Produktion bleibt bewusst schlank: wie live, minimal geschnitten, ohne unseren Gästen die Fragen vorab zu kommunizieren. Der Podcast ist professioneller geworden, ohne seine Spontaneität zu verlieren.

 

Ihr produziert wie live. Konzept oder Pragmatismus?

Konzept. Wir wollen echte Gespräche, keine Inszenierung. Deshalb gibt es keine vorbereiteten Fragen. Nicht Perfektion ist das Ziel, sondern Glaubwürdigkeit. Das spüren Gäste sofort und kommen schneller ins Denken.

 

Welche Akzente setzt ihr im zweiten Halbjahr 2026?

Ein bisschen Geheimnis muss bleiben. Fix sind Themen wie Markenentwicklung, Mentaltraining, Innovati­onskraft und Neuromarketing. Gleichzeitig bleiben wir beweg­lich: Wenn ein Thema relevant wird oder eine Persönlichkeit spannend ist, reagieren wir sofort. Planung ja, aber nie auf Kos­ten der Aktualität.

 

Link zum Interview

 

Links zu allen Folgen:
stefanundstefan.podigee.io
open.spo­tify.com/show/2UtlyKSNRr4WyQoYVlMIV0

 

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