Marke der Woche 21: Bally
Diese Woche war wieder einiges los in der Welt der Marken.
Der Blick titelte zum Beispiel: «Schoggi-Tasche geht viral. Meghan wird für Läderach unfreiwillig zum Jackpot.» Auf einer WHO-Veranstaltung in Genf hat sie vor den Gefahren durch Social Media gewarnt. Danach hat ihr ein kleines Mädchen eine weisse Tüte mit dem Läderach-Logo überreicht. Markle bückte sich erfreut und nahm das Präsent mit süssem Inhalt aus dem Glarnerland entgegen. Das Bild zu diesem Moment ging viral. Darüber herrschte auch bei Läderach Freude. Kurzfristig sind solche Geschichten und vor allem Bilder mit VIPs für jede Marke ein Glückstreffer. Aber nicht unbedingt nachhaltig, denn um Markenpräferenz zu erzielen braucht es nicht nur Bekanntheit, sondern auch ein positives Image. Dafür braucht es wesentlich mehr. Und länger.
Noch ein grosses Kleinereignis: Ochsner Sport, die grösste Sportmarke der Schweiz hat mitten im digitalen Zeitalter mutig ein neues Print-Magazin mit dem Header «Playground» in Grossauflage herausgegeben. Es spielt in einer anderen Liga als übliche Sportmagazine. Inhaltlich und formal gefällt mir die erste Ausgabe ausgezeichnet. «Playground gibt dem Sportplatz Schweiz einen Rahmen. Hier werfen wir gezielt einen Blick auf Menschen, Produkte und Erlebnisse, die bewegen.» hat CMO Marco Greco im Editorial geschrieben. Allen Sportfans wünsche ich eine schöne Lektüre.
Nun zu einem dritten, unschönen Ereignis. Bally schliesst die Produktion im Heimatland und verlagert sie ins Ausland. Wie zuvor schon so manche Schweizer Marke. Nach vielen Besitzerwechseln ist es still geworden um Bally, eine Lieblingsmarke meiner Eltern sel. Zeit sie zur "Marke der Woche" zu erheben:
Bally wurde 1851 in Schönenwerd von Carl Franz Bally gegründet. Die DNA sind hochwertige Schuhe, mit Schweizer Handwerkskunst gefertigt. Schnell wurde sie zu einer internationalen Luxusmarke. In den Neunzigern startete die globale Expansion mit Stores und weltweitem Vertrieb. Die Marke steht für Innovation in Produktion, Qualität und Design. Im 20. Jahrhundert expandierte der Schuhhersteller zum Fashion House mit Lederwaren, Accessoires und Ready-to-Wear.
Bis heute steht Bally für die Verbindung aus Swiss Heritage, Understatement und Luxus. Aber Bally war nie besonders modisch oder spektakulär. Man könnte die Marke mit «Quiet Luxury» oder als klassischen Fashion Brand bezeichnen. Die 170-jährige Geschichte schafft Glaubwürdigkeit auf einem ikonischen Produktfundament: Schuhe als klarer Markenkern, zeitlose Positionierung, weniger Trend, mehr Beständigkeit, Luxus ohne Überinszenierung, kultiviert statt protzig.
Eine Luxusmarke kann, aber muss nicht laut sein. Bally belegt seit 1851, wie SelfconfidenceUnderstatement eine starke Marke prägen kann. Hoffentlich reicht das im extrem umkämpftenLuxus-Fashion-Markt. Bitte Daumen drücken.