Marke der Woche 23: Ochsner Sport
«It’s time for a new Switzerland»
Nein, diese klare Ansage stammt weder vom Bundesrat, keiner Partei, nicht von einer Zukunftsforscherin und es ist auch kein Plakat der 10 Mio Schweiz Abstimmung.
Kernzielgruppe der Botschaft sind die aus Sicht deren Coach am besten fussballspielenden 26 Männer mit Schweizerpass. Viele davon in fremden Diensten hauptberuflich als spitzensportliche Söldner tätig. Das krasse Statement stammt von einem, der dazu mehr als berufen ist. Sein Herz schlägt aber nicht für unser Land, sondern hauptsächlich für Fussball. Die Initianten stammen
- vom grössten Sportplatz der Schweiz und
- dem amtierenden Schweizer Kreativmeister der Werbung.
Absender der New Switzerland Message ist José Murinho, der mutmasslich als Trainer zu Real Madrid zurückkehrt und unserem nationalen Selbstbewusstsein als erweiterte Zielgruppe einen Boost verleihen will. Hauptsächlich will Murinho in Diensten von Ochsner Sport unserer Schweizer Fussballnationalmannschaft einen Mentalkick verleihen, um an der bevorstehenden Weltmeisterschaft nicht dasselbe Schicksal wie unsere genialen Hockeyianer zu erleiden.
Ich habe den Eindruck, dass Schweizer Spitzensportler:innen, insbesondere in Favoritenrollen, öfters unterliegen. Trotz Schwingerkönigen und Hellebarden-Historie sind wir in der Tendenz und positiv gemeint eher höfliche Menschen. Vor diesem Hintergrund ist die an Selbstbewusstsein strotzende, verschmitzte «Don’t be nice»-Kampagne der grössten Schweizer Sportmarke zur Fussball-WM
- strategisch
- kreativ
- exekutiv
weltmeisterlich. Die Mentalstärke ist angerichtet. Auch für allfällige Verlängerungen und Penaltyschiessen können wir nur noch Daumen drücken.
Bravo Ochsner Sport & thjnk Zürich Werbeagentur