Marke der Woche 50: Omterra
Wer kennt „Omterra“?
Die neue Marke für Siemens Energy (Börsenkursentwicklung .) soll mit "Omni" global, umfassend und mit "Terra" die weltweite Präsenz, technologische Kompetenz und den Anspruch symbolisieren, zur sicheren Energieversorgung der Welt beizutragen. Das von langer Hand minutiös vorbereitete, aber erst kürzlich kommunizierte Rebranding orientiert sich demnach am Purpose des erfolgreichen Unternehmens.
Siemens liegt im Interbrand Ranking 2026 mit einem Markenwert von 17.6 Bill. USD auf #48 der globalen höchst bewerteten Brands. und gilt als eine der bekanntesten und best reputierten Industriemarken der Welt.
Macht das angekündigte Rebranding zu einem neuen Namen, den die relevanten B2B-Stakeholder nicht kennen Sinn?
Pros:
Keine zementierte Abhängigkeit von der Marke Siemens.
Der Lizenzvertrag zur Nutzung der starken Marke war von Anfang an zeitlich begrenzt. Mit Omterra schaffte das Unternehmen eine eigenständige Marke und sie spart sehr viel Geld: Die Lizenzgebühren sollen zuletzt rund 300 Mio. Euro und das Jahr für Jahr, gekostet haben.
Eigenständige Identität
Fünf Jahre nach dem Spin-off ist Siemens Energy operativ und finanziell deutlich stärker. Eine eigene Marke unterstreicht diese Unabhängigkeit und vereint gleichzeitig Siemens Energy und Siemens Gamesa unter einem Dach.
Global schützbarer Name.
Fantasiemarken sind international leichter markenrechtlich schützbar und funktionieren sprachübergreifend. Zudem ermöglicht Omterra eine konsistente Markenarchitektur für alle Geschäftsbereiche.
Kontras:
Verlust einer der stärksten Industriemarken der Welt
Der Name Siemens steht seit über 175 Jahren für Ingenieurskunst, Qualität und Vertrauen. Diese enorme Markenbekanntheit wird aufgegeben – ein immaterieller Wert, den Omterra erst neu aufbauen muss.
Hohe Rebranding-Kosten
Neben der Einführung des neuen Namens entstehen erhebliche Kosten für Kommunikation, Beschilderung, Produkte, digitale Kanäle und interne Transformation. Die Einsparung der Lizenzkosten wird daher kurzfristig teilweise kompensiert.
Kunstname ohne emotionale Aufladung
Omterra ist semantisch nachvollziehbar, besitzt aber zunächst keine emotionale Brand Story, keine Heritage und somit auch kein Markenkapital. Vertrauen für diesen neuen Trust Brand muss durch aufwändige Kommunikation und konsistente Leistung aufgebaut werden. Siemens war eine starke Marke - ein weltweit positives Vorurteil (meine Lieblingsdefinition einer starken Marke)
Fazit:
Das Rebranding ist strategisch nachvollziehbar und richtig. In der gegebenen Situation (vorhersehbares Ende der Lizenz) eine eigenständige globale Marke sorgfältig aufzubauen, macht Sinn. Gleichzeitig gibt das Unternehmen jedoch einen der wertvollsten industriellen Markennamen der Welt auf. Der Erfolg wird nicht am neuen Namen und Branding, sondern an der Frage gemessen, wie schnell Omterra bekannt und für Vertrauen, Technologie und Zuverlässigkeit profiliert sein wird.
Die Analysten reagierten positiv auf die Ankündigung von Omterra vom 14. Juli 2026.